Gut zurück aus Grönland! Back from amazing Greenland!

Juni 8, 2008

Wir sind letzten Samstag, 31.5. gut wieder in Innsbruck angekommen. Weg. Schlechtwetters bei unserer Hinreise könnten wir noch einige Tage in Nordisland nutzen um die dortige, wahnsinnig schöne Vulkanlandschaft zu erkunden. Wir hatten dann ab Freitag, 9.5.08 genau 3 Wochen Zeit um auf der dänischen Forschungsstation Zackenberg an der Nordostküste Grönlands unser geplantes Messprogramm zu absolvieren. Dank perfekter Wetterbedingungen konnten wir alle geplanten Messungen am benachbarten Frejagletschcher durchführen und sogar ein Zusatzprogramm einbauen.

We came safely back to Innsbruck from Greeland last Saturday 31 May. Due to bad weather conditions in Greenland on the way up, we had the chance to spend a few more days in northern Iceland with its fantastic volcano landscape. From Friday, 9 May on, our arrival day in Greenland, we had exactly 3 weeks of time in order to accomplish our measurement campaign at the danish research station Zackenberg, located at 74°N at the northeast coast of Greenland. Thanks to perfect weather conditions we were able to fullfil our entire program and to make some additional investigations…

MESSUNGEN AM FREJAGLETSCHER

Das Team aus Österreich setzte sich aus 3 Wiener (Bernhard Hynek, Gernot Weyss, Daniel Binder) und 2 Innsbrucker (Jakob Abermann, Marc Olefs) Glaziologen zusammen. Das Wiener Team hatte die Aufgabe am für Grönlandische Verhältnisse winzig kleinen Frejagletscher (Länge ca. 7 km) Eisdicken- und Akkumulationsmessungen durchzuführen. Für das Team Innsbruck standen schneechemische Analysen im Vodergrund. In dieser Gegend Grönlands, zwischen Küste und Inlandeis gibt es bisher nur sehr sperrliche Informationen über den genauen Zustand der dortigen Gletscher. Derartige Daten müssen aber möglichst flächendeckend vorhanden sein, um die Reaktion der grönlandischen Eismassen als Ganzes verstehen zu lernen. Vor uns waren erst einmal Forscher an diesem Gletscher unterwegs, es war eine schwedische Expedition im Jahre 1939/40, die hier die ersten Daten erhoben. Seit damals hat mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kein menschliches Wesen mehr seine Füße auf den Schnee und das Eis des Frejagletschers gesetzt. Viele Schritte, und ins Besondere jede Skispur in den umgebenden Hängen eine Erstbegehung (Befahrung – das ist schon ein ganz besonderes Gefühl!

Die Messungen des Wiener Teams sollen Aufschluss über die Gesundheit des Frejagletschers geben, seine „Massenbilanz“ soll berechnet werden. Zudem möchten wir genau wissen wie viel Eis dort noch vorhanden ist. Die schneechemischen Analysen des Teams Innsbruck beinhalten Informationen über den Schmutzeintrag (natürlich und menschlich verursacht) der Schneedecke in dieser Region Grönlands. Die Proben müssen dem Gletscher in schweißtreibender Arbeit abgerungen werden. Viele Schneeschächte werden gegraben. Dank der guten Wetterverhältnisse können wir unsere Messungen auf eine benachbarte Eiskappe ausdehnen.

Measurements at Frejaglacier

The Team Austria was composed of 3 glaciologists from Vienna (Bernhard Hynek, Gernot Weyss, Daniel Binder) as well as 2 from Innsbruck (Jakob Abermann, Marc Olefs). The team from Vienna had the task to perform accumulation and ice thickness measurements at the Freja glacier, which is a very small glacier (length of 7 km) in the Greenlandic scale. Main task of the Innsbruck team was to investigate snow chemical composition and its evolution over time at different sites. In this region of Greenland between the coast and the huge inland Ice sheet, available glaciological data is really sparse. In order to completely understad the reaction of the Greenlandic ice masses , spatially high resolution datasets are needed. Therefore our work is a small next part of the puzzle. Before us, there was only one small swedish expedition, investigating Freja glacier. This dates back to the year 1939/40, since then we were most likely the first humans to touch again these snow and ice masses. Thats why we also realized some first ascents and descents by ski. A very special feeling!

The data gained by team Vienna should give informations about the health status of Freja glacier, the calculation of the mass balance. Additionally we need to know how much m³ of ice Freja is build of. The snow-chemical analysis of the team Innsbruck will tell something bout the impurity content (natural, anthropogenic origin) of the snow cover and upper ice layers in this region of Greenland. It is hard work, each snow sample has to be collected from a snowpit at different locations and in different depths of the snow for later analysis in the lab of Zackenberg station. Due to excellent weather conditions we were able to do some additional work at a nearby Ice cap.

ZUSATZPROGRAMM: OLSEN ICECAP

Wir entschlossen uns daher die 30 km nordwestlich gelegene Eiskappe namens A.P. Olsen zu erforschen (74°38’ N, 21°40’W). Letztere liegt ca. auf halbem Weg zwischen unserer Basisstation Zackenberg und dem riesigen grönländischen Inlandeis. Auf einem der größeren Auslassgletscher über die die Eismasse „ausrinnen“ kann, errichten wir am 21.5. und 22.5.08 unser Depot für Benzin und Ausrüstung. Die Dimensionen sind eine Nummer größer, ein Auslassgletscher allein ist gleich bis doppelt so groß wie der zuvor untersuchte Freya Gletscher, und das sind nur die „Tentakeln“ dieser „Riesenkrake“. Verglichen mit dem grönländischen Inlandeis ist die gesamte Eiskappe nur ein Farbklecks auf der Landkarte, für uns ist es ein riesiges Meer aus Eis, in dem man sich dank GPS und Kartenmaterial langsam immer besser orientieren kann.

ADDITIONAL PROGRAM: OLSEN ICECAP

We decided to go to the Olsen Icecap (74°38’ N, 21°40’W), some 30 km northwestern from Zackenberg, half way to the big Grennland Ice sheet (GIS). We accessed it via one of the biggest outlet glaciers, which, by its own, is double the size of the formerly investigated glacier Freja. Compared to the GIS, this is only a dot on the map, for us it is an immense sea of ice. Thanks to GPS and maps we slowly learn to orientate ourselves.

SIRIUS PATROUILLE

Während unserer Arbeit am Olsen Icecap erfreute uns der Besuch der SIRIUS Patrouille in der Station Zackenberg. Während des 2. Weltkrieges zum Schutz vor den Deutschen gegründet, setzt Dänemark diese militärischen Hundeschlittenteams immer noch zur regelmäßigen Patrouille an der kaum besiedelten Nordostküste Grönlands ein. In Daneborg, 25 km östlich von Zackenberg entfernt, liegt das heutige Hauptquartier dieser 12-Mann starken Spezialeinheit. Sechs Monate sind diese Teams pro Jahr insgesamt draußen unterwegs, 2 Mann und ca. 12 Hunde bilden jeweils ein Team, geschlafen wird die meiste Zeit im Zelt, ab und zu auch in den speziell eingerichteten Hütten am Ufer der Fjorde, bis zu 4.5 Monate am Stück sind sie im Herbst und Winter unterwegs. Eine einmalige Begegnung für uns, mit ganz besonderen Menschen und unglaublich menschenfreundlichen Hunden.

SIRIUS PATROL

During our work at Olsen Icecap, we are very lucky to welcome the SIRIUS patrol at our base camp in Zackenberg. This special unit, consisting of dog sledge teams from the danish military, was created during the 2nd world war in order to protect the Greelandic coast from the Germans. For traditional reasons, the east coast, which is hardly not populated, is still being patrolled by 6 of these teams today. They have their headquarters in Daneborg, some 25 km eastern of Zackenberg, our base camp. Each team is composed of 2 people and 12 dogs and spends 6 months per year with patroulling. They spend most of their nights in tents, sometimes also in small cabins near the fjords that are supplied by boat during summertime. They are up to 4.5 months in a row outside during autumn and winter, before coming home to Daneborg. A really unique encounter with very special people and surprinsingly human-friendly dogs!

ERFOLGREICHE BILANZ

Unser 3-wöchiger Aufenthalt hier an der Forschungsstation in Zackenberg war aus wissenschaftlicher Sicht ein voller Erfolg. Wir konnten unsere geplanten Messungen am Freya Gletscher auf grund der hervorragenden Logistik und der optimalen Bedingungen um diese Jahreszeit in recht kurzer Zeit durchführen und konnten die restliche Zeit für zusätzliche Messungen und Erkundungen nutzen, die eine optimale Basis für etwaige zukünftige Projekte schaffen. Die hervorragende Kooperation sowohl mit den Leitern der Forschungsstation als auch mit den hier arbeitenden dänischen Wissenschaftern in Verbindung mit den der guten Logistik läßt die Durchführung von weiteren Forschungsarbeiten im Bereich von Zackenberg als sinnvoll und anstrebenswert erscheinen.

SUCCESSFUL CAMPAIGN

From a scientifical point of view, the three weeks spent at the research station Zackenberg were a total success! Thanks to good working logistics and beautiful weather conditions, the planned measurements at Frejaglacier were accomplished very rapidly, paving the way for future research due to time saved for reconnaissence of new terrain and additional investigations gained in the field. The excellent cooperation with the Danish Polar Center and the danish researchers present at Zackenberg is greatly acknowledged at that point. Further research in the Zackenberg area is therefore aspired.

Das Team an der Forschungstation Zackenberg im Mai 2008 bestand aus uns 5 Österreichischen Glaziologen, einem dänischen Biologen (Martin Christensen), einer dänischen Geographin (Charlotte Sigsgaard) und unserem Logistikchef Jorgen Skafte.

The Zackenberg May 2008 Team was composed of 5 Austrian glaciologists, one danish biologist (Martin Christensen), one danish Geographer (Charlotte Sigsgaard) and of our logistic chief Jorgen Skafte of Danish Polar Center in Kopenhagen.

PERSÖNLICHES FAZIT

Aus persönlicher Sicht waren die 3 Wochen in Zackenberg sicherlich die intensivsten, die ich je erlebt habe. Nach Spitzbergen, wo wir das erste Mal richtige Wildnis schnuppern konnten, jedoch noch mit einem Schritt in der Zivilisation standen, war Grönland jetzt die nächste Steigerung. Wir waren selbst für alle Arbeiten verantwortlich, für unsere Sicherheit, und die Logistik unserer Messfahrten. Im Notfall gibt es keinen Rettungshubschrauber, der, wie hier in den Alpen in 30 Min. vor Ort sein kann, die einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein Satelittentelefon. Wenn der Skidoo nicht mehr funktioniert, man sich verletzt, oder man stecken bleibt, weil der Schnee zu wech ist, muss man sich selbst helfen. Das nächste Flugzeug, und somit die wirkliche Verbindung zur Außenwelt ist ca. 4 Flugstunden entfernt. 25 km entfernt gibt es lediglich eine kleine Militärstation der SIRIUS Patrouille, mit einer Handvoll Männern, die aber auch über kein Fluggerät verfügen. Wenn man dann noch selber bis zu 2 Stunden Skidoofahrt von der Forschungsstation entfernt ist, dann, ja dann spürt man wie klein und abhängig man wirklich ist. Diese Ausgesetztheit gibt einem aber auch ein unglaubliches Gefühl der absoluten Freiheit! Die absolute Stille (wie ich sie selbst in den Alpen kaum erlebt habe (weg. Flugzeugen)) ist etwas das wir nicht mehr kennen, an das man sich erst stark gewöhnen muss. Es hat etwas mysteriöses.

Personal SUMMARY

The 3 weeks spent at Zackenberg research station were certainly the most intensive days in my whole life until now. After Spitsbergen last February and March, this was one step further into the real Arctic wilderness and life. We had to take own responsability for all our activities, the security and the logistics during the measurement campaigns starting at Zackenberg. In an emergency situation there is no helicopter ready to go like here in the Alps, the IRIDIUM (satellite telephone) is the only connection to the outside world. If the snowscooter breaks down, you hurt yourself or you get stucked in the soft snow with your scooter, you have to help yourself. The next airplane that can really help you (if the weather is good) is some 4 flight hrs. away, which is the only REAL connection to the outside world. Daneborg, with the SIRIUS Team is only some 25 km away, but they don’t have a plane or heli neither. If , additionally, you are some 2 scooter hrs. away from Zackenberg itself, then you will feel how small and dependant you are in reality. But this total exposure gives you also a total feeling of freedom. The total silence (which i only really rarely experience in the Alps (due to people or airplanes)) is present there, at this place, in this moment. We are not used to this anymore, it is something you need to get to used to again, it has something mysterious!

Mehr Fotos gibt unter folgendem Link:

More photos are available here:

http://www.facebook.com/album.php?aid=24908&l=e1eef&id=586049021

Genauere Berichte und auch Fotos findet ihr im offiziellen Blog:

More detailed reports (in German) and photos can be found in the official blog:

http://www.sparklingscience.at/blog

Demnächst gibt es noch einen offiziellen Pressetext.

The is a press release comin in a few days as well.

Marc Olefs

UND ES GEHT WEITER…Diesmal nach Grönland….

Mai 4, 2008

Von 5.5. bis 31.5. bin ich zusammen mit einem Innsbrucker Kollegen und 3 Wiener Kollegen auf der dänischen Forschungsstaion Zackenberg, auf 74°N  an der Ostküste Grönlands. Wir werden dort für eine unserer Kolleginnen in Innsbruck schneechemische Untersuchungen am nahegelegenen Frejagletscher durchführen. Zudem gilt es ein paar eigene Vergleichsmessungen anzustellen. Da wir dort bis auf Satellitentelefon nur eine sehr langsame und teure Internetverbindung haben werden, gibt es einen ausführlichen Bericht, sowie natürlich einige (hoffentlich) tolle Fotos, wenn wir Anfang Juni wieder zurückgekehrt sind. Die Homepage der Forschungsstation ist unter http://www.zackenberg.dk zu erreichen.

Nach meinem kleinen Skiunfall vor 3 Wochen mit einem knöchernen Bandausriss am rechten Spunggelenk, werde ich noch etwas Vorsicht walten lassen müssen,  der Heilungsprozess ist aber bis jetzt sehr gut verlaufen, Schmerzen habe ich keine und der Fuß ist wieder fast voll belastungsfähig, somit habe ich mich entschieden auf diese einzigartige Gelegenheit und Forschungsreise nicht zu verzichten.

Bis im Juni, mit ganz lieben Grüßen

Marc

Danke an….

März 22, 2008

Forschungsschwerpunkt Klima und Kryosphäre der Universität Innsbruck

Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck

IMGI - Insitut für Meteorologie und Geophysik, Universität Innsbruck

The North Face

The North Face - Never stop exploring

Pressetext

März 22, 2008

Hier gibt es einen kurzen Pressetext mit ein paar unserer besten Bilder:

Pressetext und Bilder Svalbard 2008 (1.5 MB)

Das war Spitzbergen…

März 22, 2008

Norwegische Flagge

…sicherlich eine der schönsten Zeiten meines Lebens bisher, wenn nicht die schönste und intensivste!

Ich bin jetzt seit Dienstag abend wieder im heiligen Tiroler Land – 5 Wochen sind förmlich verflogen. Ungern habe ich diesen besonderen Platz in der Arktis verlassen, auch wenn es schön ist mal wieder eine andere Farbe als weiß in der Landschaft zu sehen und alle Freunde wieder zu treffen.

Seit dem letzten Update am 6. März haben wir noch 2 schöne aber lange Exkursionen mit Skidoos unternommen (längste 180 km) und noch verschiedene Gletscher besucht. Am Ende war das Skidoofahren ein richtiger Spaß und man mußte aufpassen, dass man es nicht übertreibt, jedenfalls sind uns 80 km/h nicht mehr beängstigend vorgekommen…Einmal hatten wir etwas Pech mit der Stabilität des Meereises, wir konnten aber noch rechtzeitig einen Rückzieher machen – jedenfalls ist es kein gutes Gefühl wenn der Scooter plötzlich anfängt im brüchigen Eis einzusinken, noch dazu mit voll beladenem Schlitten als Anhänger. Aber diese Erfahrungen gehören eben auch zur Wildnis dazu. Einige schöne Skitouren haben wir auch noch gemacht, mit ein paar richtig steilen Abfahrten (s.Bilder) und Rentierkonfrontationen in einem Couloir.

Linie Couloir Ninavarden Im Couloir in Richtung Ninavarden Abfahrt mit störendem Rentier oberhalb der steilsten Stelle im Couloir

Steiler Couloir nahe unserer Unterkünfte mit sehr anspruchsvollen Schneeverhältnissen und wenig Kantengripp, zusätzlich störte uns ein Rentier (s. rechtes Bild) mitten im Couloir.

Am vorletzten Wochenende vor unserer Abreise sind wir dann zum dritten Mal auf den 1049 m hohen Nordenskiöldfjellet gegangen, das beste Wetter der gesamten Zeit, stahlblauer Himmel, zeitweise fast Windstill und recht angenehme Temperaturen am Gipfel. Diesmal konnten wir den großen Isfjorden während unserer Besteigung bei besten Sichtverhältnissen bewundern sowie die großen Gletscher auf der anderen Seite des Wassers.

Unterwegs auf dem Felsgrat zum Nordenskiöldfjellet Felsgrat zum Nordenskiöldfjellet Auf einer Reifformation des Nordenskiöldfjellet bei Traumwetter Auf der mit dickem Reif umhüllten Hütte des Nordenskiöldfjellet

Besteigung des Nordenskiöldfjellet bei Traumwetter und einer abwechselungsreichen Route über einen Felsgrat. Zum ersten Mal konnte man die Sonnenbrille auspacken.

Start der letzten Exkursion zum Gletscher Paulabreen (180 km hin u retour) Scooter-Armada am Paulabreen Kalbende Gletscherfront des Paulabreen Unser Lehrmeister Doug Benn erklärt die Situation am Paulabreen

Alessio und Marc nahe des Paulabreens Rückfahrt vom Paulabreen bei einbrechender Dunkelheit

Exkursion zum 90 km entfernten Paulabreen.

 

Lachsforelle zum Abschluss….lecker!        Auch in Spitzbergen gibt es einen Fussballplatz   Goodbye! Longyearbyen mit Landebahn und Adventfjorden    Longyearbyen und Nybyen mit unseren Unterkünften

Fjorde mit Meereis und zahllose Gipfel  Fjorde mit Meereis und zahllose Gipfel    Kalbende Gletscherfront   Kalbende Gletscherfront

Meereisgrenze mit beginnender Bewölkung über der Wasseroberfläche

Lachsforelle, Fußballplatz und Abschied bei Traumwetter.

 

 

 

SONNE!

März 6, 2008
Jetzt haben wir sie wieder…die Sonne….zwar noch nicht hier überall im Ort, aber ein paar Mal schon auf Skitour bzw. Exkursion genossen! Und Longyearbyen erreicht sie kommendes Wochenende, weshalb es hier eine Woche lang ein großes Sonnenfest gibt.
Seit dem letzten Update dieser Seite ist hier extrem viel passiert, die Zeit verfliegt, wir haben schon mehr als die Hälfte unserer Zeit hier hinter uns 😦 . Es waren wahnsinnig intensive Tage, wahnsinnig intensive Eindrücke. Eine der schönsten Momente war sicherlich die Sonne nach nun immerhin 2 Wochen Abstinenz auf unserer letztwöchigen Exkursion zum Gletscher Dronbreen wiedererleben zu dürfen!!
Exkursion Dronbreen / erste Sonnenstrahlen Die Sonne kratzt am Horizont SONNE!
Jakob, leuchte! Sonne Handstand vor lauter Freude… Jakob, Alessio & Marc enjoying the sun!
Sonnenuntergang mit Schneedrift
Die richtige arktische Kælte haben wir nun auch schon ein paar Mal erleben duerfen. Der Wind macht extrem viel aus, so kønnen aus angenehmen -10 Grad Celsius pløtzlich -40 Grad werden, letzteres erscheint uns eine Art „magische Grenze“ zu sein. Unter -40 Grad Windchill (also mit Beruecksichtigung der Abkuehlung auf der Haut durch die Windgeschwindigkeit) wird es richtig unertræglich. Das kælteste Erlebnis bis jetzt hatte ich auf einer Nachtskitour auf den nahegelegenen, 890 m hohen Trollstein letzte Woche. Am Gipfelgrat habe ich kurz die Handschuhe ausgezogen um meine warme Daunenjacke anzuziehen – Fehler! – ich hatte extreme Schwierigkeiten nach nur ca. 30 Sekunden in die steifgefrorenen Handschuhe wieder hineinzukommen. Wir schætzen dass die Windchill-Temp dort bei ca. -50 Grad lag, vielleicht sogar niedriger, das kann man unmøglich abschætzen.
Nachtskitour auf den Trollstein -  eine der kæltesten Erfahrungen bisher! Nachtskitour Trollstein - Abfahrt
Allgemein ist es solange man sich bewegt und die Temp oberhalb dieser „Grenze“ liegt, kein Problem bei korrekter Kleidung warm zu bleiben. Der Trick besteht dann nur darin nicht zu viel und nicht zu wenig anzuhaben – und das kann sich extrem schnell ændern. Gerne frieren einem auch die Augen zu – kein Witz! – An den Augenbrauen bildet sich dicker Reif und man hat Schwierigkeiten die Augen noch zu øffnen oder zu schliessen -> Skibrille is angesagt! 
 

Meinem Kollegen Dean ist das rechte Auge førmlich zugereift!

Problematisch wird es erst wenn man, wie bei einigen unserer Exkursionen, lange Zeit bewegungslos bleibt. Als Transportmittel nutzen wir zwar Skidoos, einige Leute muessen aber in Schlitten hinter den Skidoos sitzen – ohne wærmende Motorwærme des Skidoos – dann wirds richtig kalt und es ist sehr schwierig genug anzuziehen.
Die Kælte kostet aber auch extrem viel Energie – die meisten hier (besonders die, die wie wir viel draussen unterwegs sind) essen hier mehr als gewøhnlich. Ich bin immer wieder ueberrascht, wenn man trotz ueppiger Mahlzeit zuvor nach ein paar Stunden draussen (bes. Skitour) einen wahnsinnigen Hunger bekommt obwohl man Bananen, Schokolade, etc. unterwegs in sich hineinstopft! Spitzbergen im Winter ist daher meine ultimative Emphfehlung fuer einen Entschlackungs- oder Abnehm-Aufenthalt. Solange man sich draussen regelmassig bewegt ist es meiner Ansicht nach unmøglich zuzunehmen (ernsthaft)!!
Eine der schønsten Skitouren meines Lebens habe ich letzte Woche auf den Gipfel des Hjortfjelles (900 m) gemacht. Direkt am Adventfjorden von Longyearbyen gelegen, strahlt dieser wunderschøne Berg mit 2 Gipfeln und einem atemberaubenden Gipfelgrat bis hinueber zu UNIS, unserer Uni. Gleich am Anfang unseres Besuches hatten wir ihn ins Auge gefasst – nun haben wir ihn bestiegen und befahren – Bilder sagen mehr als tausend Worte:
Unsere Aufstiegs- und Abfahrtsroute auf den Hjortfjellet Gipfelgrat des Hjortfjellet Gipfel des Hjortfjellets Panorama vom Hjortfjellet auf den Adventfjorden und Longyearbyen Am Gipfel angekommen! Uebergluecklich!
Pinzgauer Vogelbeerschnaps in Svalbard - Stærkung nach vollbrachter Tat - der perfekte Moment fuer diese Kostbarkeit! Wenn man den Flachmann nur kurz mit den Lippen beruehrt – ist man unzdertrennlich mit ihm verbunden :-)) – Metall und Kælte kann gefæhrlich sein, deshalb ist gegenseitige Hilfe angesagt.
Sonnenuntergang bei der Abfahrt
Die untergehende Sonne bei der Abfahrt rundet diesen *perfekten* Tag ab…
Unsere gestrige Exkursion ueber 130 km mit Skidoos brachte uns zu 2 Gletschern (van Postbreen und Tunabreen), die beide in Fjorden kalben. Da das Meereis eine Befahrung mit Skidoos erlaubte, konnten wir die Gletscherfront vom gefrorenen Wasser aus betrachten. Das Wetter war zwar mittelmæssig, sprich komplettes White-Out, wie man hier sagt, dafuer aber nicht so kalt. Auf dem Meereis konnten wir auch ein paar Robben sichten – das Lieblingsfutter von Eisbæren, die wir nicht gesehen haben:
Skidoos auf dem Meereis geparkt Alessio Jakob und Marc vor der kalbenden Gletscherfront des van Postbreen Gletschers Raven cimg0716_small.jpg
 Kuss an die Heimat, und bis zum næchsten Mal!
Marc

Knapp 2 Wochen…

Februar 24, 2008

…sind wir nun hier und die Zeit scheint zu verfliegen. Wir haben die vergangenen Tage sehr intensiv genutzt, waren viel mit den Ski im Gelände unterwegs, das Wetter war leider sehr mittelmäßig. Meist bewölkt, windig und schwierige Schneebedingungen zum Skifahren. Ein Wechsel zwischen Eisplatten und Harschdeckel. Aber das hat uns nicht daran gehindert das Gelände trotzdem zu erkunden. Die Sicht ist oft diffus, aber irgendwie gewöhnt man sich an diese Verhältnisse.

Es ist bereits um einiges heller geworden, die Sonne haben wir wegen zu vieler Wolken leider immer noch nicht zu Gesicht bekommen, nur indirekt an den Himmelsfarben.

Jakob im Zentrum von Longyearbyen

UNIS in Longyearbyen (Die Uni)

 

Gestern war ich zusammen mit einem Kollegen aus Italien auf dem höchsten Gipfel der unmittelbaren Umgebung. Der Nordenskiöldfjellet ist 1049 m hoch und bietet eine atemberaubende Sicht auf den Isfjorden, Adventfjorden und die umliegenden Gipfel.

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Reindeers

On the way to Nordenskiöldfjellet

Monsterreif

Reifformationen an Hütte und Mast

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Ein Mast voll Reif

Rifle

Rifle 2

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Gipfel des Nordenskiölfjellet

Blick in Richtung Longyearbyen

Panorama vom Nordenskiölfjellet auf Isfjorden und Adventfjorden

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Panorama UNIS (UNI)

Die erste Woche Kurs haben wir auch hinter uns, es war sehr interessant und lehrreich, ale sind sehr zufrieden. Letzten Mittwoch hatten wir auch unserer erste offizielle Exkursion zu einem nahegelegenen Gletscher namens Scott-Turnerbreen. Dort haben wir einige Feldmessungen gemacht (Massenbilanzmessungen) und eine Eishöhle im Gletscher besucht – ein Wahnsinn – ich hatte bis jetzt noch nichts vergleichbares gesehen. Es gibt hier auf vielen Gletschern derartige Eishöhlen, sie entstehen im Prinzip aus Schmelzwasserkanälen, die sich von der Oberfläche in die Tiefe des Eises fressen. Durch die mechanische Energie des Wassers werden sie jeden Sommer etwas tiefer und schleißen sich dann mit der Zeit an der Oberfläche wieder – entweder durch die Eisbewegung oder durch Schneeeintrag (Drift, Schneefall) . somit entstehen mehr oder weniger lange abgeschlossene Röhrensysteme, durch die man wie ein Höhlenforscher gehen oder kriechen muss (s. Fotos). Viel Spaß mit den Bildern und bis zum nächsten Bericht!

 

glg

Marc

Vorbereitungen für die Exkursion Marc mit Scooter Dress (Warm!)

Kohleabbau inmitten der arktischen Wildnis Transport mit Skidoos und Kettenfahrzeug

Eingang Eishöhle Scott-Turnerbreen In the Ice Cave Ice Cave

Manchmal muss man kriechen…Eisbrocken

Doug Benn - The TeacherSchlittenhunde am Scott Turner Breen

Jakob

Huskies
Fotos von Freunden mit besseren Kameras:
Northern Lights – Polarlichter in Nybyen letzte Woche, dazu braucht man schon eine gute Kamera…Wahnsinn!! 
Aurora Borealis 1
Aurora Borealis 2

Exkursion Scott Turner Breen

Skidoos bei unserer Exkursion zum Scott Turner Breen
Auf Skitour…
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Einige Studenten unseres Kurses „Glaciology“
Einige Studenten unserers Kurses

 

Leben in 78° Nord

Februar 17, 2008

Wir sind jetzt bald eine Woche hier und die Zeit scheint richtig zu verfliegen! Wir haben eine super Unterkunft in den Studentenbaracken von Nybyen, ca. 3 km vom Ort Longyearbyen entfernt. Zum Glück haben wir die Ski mitgenommen, das war das Beste was wir machen konnten, jegliche Fortbewegung findet damit statt. Somit machen wir täglich eine oder mehrer kurze Skitouren 🙂 – nicht Schlecht! Der Weg zwischen Uni, bzw. Supermarkt und unserer Unterkunft verkürzt sich somit von ca. 40 min. auf 15 bzw. 30 min, je nach Richtung, da wir etwas höher liegen als der Ort selber. Bus oder Öfis gibt es hier keine – es sind auch nur ca. 150 Studenten insgesamt hier.

Unser eigentlicher Glaziologie-Kurs startet erst morgen, bis jetzt hatten wir Sicherheitstraining für arktische Wildnis, sprich Schieß-, Survival-, und Skidootraining – fantastisch! Das Risiko außerhalb der direkten Umgebung des Ortes einem Eisbären zu begegnen ist recht groß, weswegen man nur mit Waffe auf Skitour bzw. Ausflug darf. Dazu hatten wir das oben erwähnte Schießtraining – auf Zielscheiben mit Eisbären drauf – schräg! Aber notwendig! Auf unseren 2 richtigen Skitouren gestern und heute haben wir zum Glück keine unangenehmen Begegnungen gehabt. Das Tageslicht ist bereits recht hell, wir haben von ca. 9 bis 16 Uhr Licht, und wenn man auf einen Gipfel geht kann man schon sie Sonne sehn, was uns wegen Schlechtwetters bis jetzt verwehrt geblieben ist. Dafür haben wir bereits den rotgefärbten Himmel genießen können (s. Fotos).

Witzigerweise vermisse ich die Sonne noch nicht, aber es waren ja auch erst ein paar Tage Entzug. Das Licht ist extrem anspruchsvoll für den Fotoapparat, aber manche Bilder gelingen sogar… Viel Spaß mit den Fotos und bis bald…. glg

Verkehrsschilder auf Spitzbergen…

Skitour am Morgen vor dem Kurs um 8 Uhr

Jakob & Marc

 

Schießtraining - Theorie

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Shooting Range

Checking the shooting performance…

Das ist Spitzbergen!

Jakob & Marc 2

Jakob, Alessio & Marc

Near the sun on Longyearbreen

Feuer am Himmel

Alessio with the rifle

Skitour auf dem Longyearbreen (Gletscher)

Skitour auf dem Longyearbreen (Gletscher) II

Summit on top of Longyearbreen

Near the summit of Sarkofagen

View to Longyearbyen from Nybyen

Our baracks in Nybyen

Towards Longyearbreen

Skitour am Haushügel

Mächtige Wächten…

Skitour

Biathlon am Gletscher…. :-)

Longyearbreen

Longyearbreen II

Longyearbreen III

Longyearbreen IV

Longyearbreen V

Panorama of Longyearbyen from Sugartoppen

Panorama Sarkofagen and Larsbreen

To know where to shoot…

Skitour II

GUT ANGEKOMMEN!

Februar 12, 2008

Sind nach ein paar Schwierigkeiten mit unserem Gepäck und einer miesen Nacht am Kopenhagener Airport gut in Longyearbyen angekommen, echt völlig abgefahren hier alles – wie in einer Traumwelt – ein Wahnsinn. Hier ein paar erste Eindrücke demnächst gibts dann mehr, jetzt müssen wir uns erst mal etwas erholen. Gruß an die Heimat!

Am Münchner Flughafen…

Bildungsdokumentation

Eislaufen inmitten Kopenhagen-City…

Eislaufen in Kopenhagen City

Kopenhagen

Oslo Umgebung, Hügel im Hochnebelmeer Kopenhagen - Oslo

Die allerletzten Sonnenstrahlen für 3 Wochen…

Abschied von der Sonne für 3 Wochen…Die allerletzten Strahlen…

Ankunft in Longyearbyen

Ankunft am Flughafen Longyearbyen

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3 km Fußmarsch von Longyearbyen Ort nach Nybyen – unserer Unterkunft – unglaubliche Atmosphäre…

Longyearbyen
Blick aus meiner „Baracke“ – Wahnsinn!!

Blick auf Barakke 9

In den Startlöchern…

Februar 10, 2008

Morgen gehts los: Ich fliege zusammen mit einem Kollegen nach Longyearbyen, Spitzbergen. Wir nehmen dort an einem Glaziologie-Kurs von UNIS teil, dem Uni-zentrum von Spitzbergen – also eine Fortbildung für Glaziologen auf 78° Nord, mit -15°C Monatsmitteltemperatur im Februar und März, den beiden kältesten Monaten des Jahres. Am 18.3. kommen wir wieder zurück, 4 Wochen Kurs und ein paar Tage frei davor und danach. Ich bin mal gespannt und werde regelmäßig Bericht erstatten von diesem besonderen Ort, sofern ich diverse Eisbär-Attacken überlebe . Scherz beiseite aber ohne Gewehr darf man dort die Siedlungen nicht verlassen.

Mal sehn….

Jedenfalls sind die Sachen gepackt, das Gewichtslimit um gepflegte 7 kg überschritten ( hoffentlich hilft mein Charm beim einchecken….*lol*) , und somit steht dem Abenteuer nichts mehr im Wege. Bei den Temperaturen müssen natürlich genug richtig warme Sachen mit, dank meines Bruders Stephan konnte ich mich noch mit schöner warmer North Face  Ausrüstung eindecken – Vielen Dank nochmal!! …und riesen Dankeschoen an Matthias!!

So, jetzt reichts – die Wohnung will noch geputzt werden und ich melde mich dann Mitte der Woche von oben wieder…..

Sachen packen The North Face - Never stop exploring